Stammzellen-Einlagerung – Eine Möglichkeit der Vorsorge

Stammzellen-Einlagerung – Eine Möglichkeit der Vorsorge

Stammzellen aus Nabelschnurblut sollen im späteren Leben bei der Behandlung vieler Krankheiten helfen können. Besonders viele Stammzellen finden sich in der Nabelschnur eines Neugeborenen. Die Deutsche Stammzellenbank bietet Eltern die Möglichkeit, die Nabelschnur ihres Babys über viele Jahre einlagern zu lassen.

Was ist das Besondere an Stammzellen?

Embryonale Stammzellen werden als die Bausteine des Lebens bezeichnet. Als körpereigene Urzellen bilden sie noch in der Schwangerschaft alle für ein funktionierendes neues Leben notwendigen Zellarten aus. Ein ganzer Mensch entsteht also aus nur einer einzigen Stammzelle. Nach der Geburt verlieren sie mit den Jahren diese Fähigkeiten immer mehr. Treten nun Schäden an den Organen auf, ist der Körper nur noch bedingt oder gar nicht in der Lage diese zu reparieren.

In der Nabelschnur befinden sich zur Geburt noch sehr viele solcher Stammzellen, sodass es sich lohnen kann, diese Stammzellen einzufrieren und mit dem Nabelschnurblut einlagern zu lassen. Sinnvoll ist dies nicht nur für den Patienten, das Kind, selbst. Auch verwandte und nicht verwandte Personen können unter Umständen von einer solchen Einlagerung profitieren. Da die Forschung in diesem Bereich längst auf dem Vormarsch ist, wird davon ausgegangen, dass künftig jeder siebte Mensch in Deutschland im Alter von 70 Jahren auf Stammzellen angewiesen sein wird.

Welche Erkrankungen können mithilfe von Stammzellen therapiert werden?

Im Laufe des Lebens können nun die verschiedensten Probleme auftreten. Vor allem Blutbildungsstörungen lassen sich hervorragend durch eine Stammzellbehandlung behandeln. Dazu gehören verschiedene Anämien sowie die Leukämie. Generell aber findet die Stammzelltherapie inzwischen Einsatz bei starken Chemotherapien. Im Vorfeld entnommene Stammzellen können dem Körper nach der Chemotherapie wieder zugeführt werden und damit die negativen Auswirkungen der Behandlung verringern. Aber auch Immunerkrankungen und Diabetes Typ 1 sowie einige genetische Defekte und Hirnschäden, Lähmungen, ebenso auch degenerative Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle lassen sich mithilfe von Stammzellen therapieren. Die Forschung ist auf diesem Gebiet längst noch nicht am Ende.

Selbst nach einem Unfall können Stammzellen nützlich sein. So kann beispielsweise verbrannte Haut durch angezüchtete Stammzellen ersetzt werden.

Was Eltern vor der Geburt ihres Kindes beachten müssen

Wer sich für die Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut und deren Einsendung in die Deutsche Stammzellenbank entscheidet, sollte rechtzeitig vor der Geburt des Kindes alles in die Wege geleitet haben. So bekommt man zunächst ein Set, welches vom Arzt infolge der Geburt genutzt wird, um das Nabelschnurblut lagern und fortschicken zu können. Wichtig ist es also, den Arzt vor der Geburt des Kindes auf dieses Vorhaben hinzuweisen. Auch ist das Ganze mit meist monatlichen Kosten verbunden, derer sich Eltern im Klaren sein sollten.

Generell gibt es viele Möglichkeiten, was man nach der Geburt mit Nabelschnurblut machen kann. Neben der Herstellung von Globuli ist besonders das Einlagern für einen späteren Zeitpunkt eine beliebte Maßnahme geworden.

Fazit

Diverse Krankheiten, darunter auch sogenannte Volksleiden wie Krebs und Diabetes Typ 1, können heutzutage mit Stammzellen therapiert werden. Künftig werden die Möglichkeiten in der Medizin vermutlich noch wachsen. Das Einlagern des Nabelschnurblutes kann also durchaus sinnvoll sein, da mit ein wenig Glück selbst andere Personen davon profitieren können.